Die Bethanien Kinder- und Jugenddörfer sagen folgendes zu diesem Projekt: “Mit dieser Ausstellung möchten wir, die Bethanien Kinder- und Jugenddörfer, vor allem eins tun: die zu Wort kommen lassen, für die die Kinderdörfer seit mehr als 50 Jahren da sind.”
“Immer wieder werden wir in den Kinderdörfern gefragt: „Was wird denn aus den Kindern, wenn sie das Kinderdorf verlassen?“ Wieder andere fragen uns: “Seid ihr denn erfolgreich in Eurer Arbeit? Bringt das wirklich etwas?“
Es stellt sich die Frage, was ist Erfolg? Die gute Note in der Schule? Ein Ausbildungsplatz, ein Arbeitsplatz? Ist die Frage nach Erfolg eigentlich die richtige Frage? Müssen wir nicht vielmehr mit dem Leben selber antworten? Und können diese Antworten nicht die Betroffenen mit ihrem Zeugnis viel besser, ehrlicher und authentischer geben?
Aus diesem Grund kommen in unserer Ausstellung die ehemaligen Kinder und Jugendlichen vor. Im Rückblick auf die vergangenen 50 Jahre hat der Frankfurter Fotograf Uwe Nölke im Auftrag der Bethanien Kinderdörfer mit Ehemaligen aus allen Jahrgängen und Altersschichten Gespräche geführt und mit Ihnen zusammen aussagekräftige Portraits geschaffen. Mit ihrem Namen, ihrem Alter zum Zeitpunkt des Portraits (2005), ihrem Beruf, ihrem Bildnis und einem wichtigen Kernsatz stellt sich jede und jeder einzelne der 50 Ehemaligen vor. Das kleinere Foto zeigt ein Bild aus der Zeit, in der das Kind im Kinderdorf gelebt hat. Es weist auf die Vergangenheit hin, die allen dargestellten Biografien gemeinsam ist: diese 50 heute erwachsenen Menschen verbrachten eine mehr oder weniger lange Zeit, einen wichtigen Abschnitt ihrer Kindheit in einem unserer Bethanien Kinderdörfer.
In wenigen Eindrücken zeigt jede/jeder Portraitierte zunächst das eigene Leben heute, dann aber auch die je eigene, ganz persönliche Verbindung zum Kinderdorf. Es geht nicht daraus hervor, wann oder warum er oder sie ins Kinderdorf gekommen ist und wie lange er oder sie im Kinderdorf war. Es geht um die Bedeutung eines Lebensabschnitts, der nur ansatzweise und schlaglichtartig beleuchtet werden kann. Der Betrachter bleibt mit den fehlenden Teilen alleine. So wie wir vom anderen immer nur einen Teil wissen, sehen und verstehen können.
Wir zeigen diese Bilder, damit die Menschen im Vordergrund stehen, für die das Bethanien Kinderdorf da war und da sein möchte.
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