Wie kommt die Forelle in den Westerwald?

hans_hartmann_fischerei_001

hans_hartmann_fischerei_001
Picture 1 of 12

Text und Fotografie von Wilma Leskowitsch.

Die Fischbestände der Weltmeere sind massiv bedroht. Bis zu 16 Kilogramm Fisch landen jährlich pro Kopf auf deutschen Tellern. Discount-Supermärkte bieten tiefgefrorenen „frischen“ Fisch in Hülle und Fülle und die Verbraucher greifen tüchtig zu. Die industrielle Fischerei ist Verursacher der drastisch sinkenden Fischbestände im Meer und beliefert vorwiegend die umsatzstarken Discount-Märkte. Es gibt jedoch auch „heilende“ Alternativen, die dem Verbraucher wirklich frischen Fisch anbieten, nachhaltig züchten und somit die Meere vor dem Überfischen hoffentlich bewahren können.

Eine solche Wahlmöglichkeit bietet Hans Hartmann. Er betreibt schon in dritter Generation eine Fischerei als Teichwirtschaft in Rehe, im beschaulichen Westerwald. Und genau mit so einer traditionellen und naturbelassenen Fischgewinnung bietet er eine vielversprechende Alternative gegenüber der industriellen Fischerei. Er trägt somit nicht nur zur Sicherung des Erhalts eines gesunden Fischbestands der Meere bei, sondern garantiert seinen Kunden auch noch einen wirklich frischen Fisch und bedenkenlosen Verzehr aus nachhaltig bewirtschafteter Aufzucht. In ausgewogener und artgerechter Haltung werden bei ihm hauptsächlich Bachforellen und die artverwandten Regenbogenforellen, im Volksmund auch als Lachsforellen bekannt, sowie Saiblinge gezüchtet.

Bei derartiger naturbelassener Haltung dauert eine Zuchtperiode nicht selten länger als 1,5 Jahre. Anfangs besteht die große Herausforderung darin, die Fische im Aufzuchtbecken zu einer kräftigen und gesunden Population heranzuziehen. Da die Becken im bestimmten Sauerstoff- /Dunkelheitverhältnis stehen und regelmäßig von Laichresten gesäubert werden müssen, verlangt dies eine besondere Aufmerksamkeit. In vielen langwierigen Einzelschritten folgt dann bei älteren Fischen die Übersiedlung ins Freie in entsprechned größere Teiche. Der Fischer muss dann darauf achten, dass seine Population von saisonbedingten Feinden wie den Reihern, Kormoranen, Füchsen oder weiteren größeren Greifvögeln nicht dezimiert oder gar leergefischt wird.

Hans Hartmann: “Fischzucht bedeutet heute für mich noch genau das Gleiche, wie auch damals schon meinem Großvater, der die Teichwirtschaft in Betrieb setzte: Es ist für mich als verantwortungsvoller Unternehmer wichtig, ein Gleichgewicht zwischen Ethik und Ökonomie zu finden und mit Geduld und Sorgfalt die Aufzucht der Fische zu betreiben, um dem Verbraucher einen frischen, auf ethischer Basis aufgezognen Fisch zu einem fairem Preis anbieten zu können”.

Thematisch verwandte Artikel:
Igelhausen – Winterparadies für Langschläfer
…und das ewige Leben

Leave a reply.

Current month ye@r day *