Jan 27 2012
Fotofestival RAY 2012 in Frankfurt am Main
Von April bis Oktober 2012 präsentiert RAY Fotografieprojekte in Frankfurt Rhein-Main herausragende, internationale Positionen der zeitgenössischen Fotografie und Videokunst. RAY besteht aus der über drei zentrale Standorte verteilten Hauptausstellung MAKING HISTORY in Frankfurt sowie zahlreichen Partnerausstellungen und -projekten in Frankfurt und der Region.
Mit RAY 2012 positioniert sich die Rhein-Main-Region einmal mehr als bedeutender Standort in der zeitgenössischen Fotografie. Erstmalig haben sich neun starke Partner zusammengeschlossen, um diesen Auftritt zu ermöglichen: die Art Collection Deutsche Börse, die Darmstädter Tage der Fotografie, die DZ BANK Kunstsammlung, das Fotografie Forum Frankfurt, der Frankfurter Kunstverein, die Marta Hoepffner-Gesellschaft für Fotografie e.V. im Stadtmuseum Hofheim am Taunus, das MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main, das Städel Museum und die Stiftung Opelvillen, Rüsselsheim folgen der Initiative des Kulturfonds Frankfurt RheinMain.
Prof. Dr. Herbert Beck, Geschäftsführer des Kulturfonds Frankfurt RheinMain, begründet seine Motivation für die Initiative folgendermaßen: „Wir wollten alle an einen Tisch holen, um den hohen Rang, der der Fotografie in Frankfurt und der Rhein-Main-Region eingeräumt wird, hervorzuheben.“ Jedes der am Projekt beteiligten Häuser bereichert und ergänzt das Projekt mit seiner Expertise und einer eigenen Präsentation zeitgenössischer Fotografie. „Diese Art der Kooperation, bei der es gelingt, unterschiedliche Blickwinkel und Kompetenzen in fruchtbarem Austausch zu bündeln, ist aus unserer Sicht die besondere Stärke von RAY“, so die Kuratoren der Hauptausstellung MAKING HISTORY in einer gemeinsamen Stellungnahme.
Die Region Frankfurt/Rhein-Main weist eine hohe Dichte an international anerkannten Institutionen im Bereich der zeitgenössischen Fotografie auf, dazu zählen renommierte Sammlungen sowie Ausbildungs- und Ausstellungseinrichtungen. Auf dieses große Potential soll zukünftig durch »RAY Fotografieprojekte Frankfurt/RheinMain« ein stärkerer Fokus gelegt werden. Denn RAY repräsentiert den Sammlungsreichtum und die Kompetenz zum Schwerpunkt Fotografie in Frankfurt und dem Rhein-Main-Gebiet.
So wird die erste Ausgabe von RAY neben der zentralen Hauptausstellung MAKING HISTORY ein facettenreiches Programm aus Partnerausstellungen und Veranstaltungen zeigen, das sich mit dem Begriff der ZEIT in der heutigen Fotografie beschäftigt. Die Art Collection Deutsche Börse startet die RAY Partnerprojekte mit „Be here now“, einer Ausstellung über den fotografischen ZeitRaum. Das gesamte RAY Partnerprogramm der Darmstädter Tage der Fotografie, der DZ BANK Kunstsammlung, des Fotografie Forum Frankfurt, der Marta Hoepffner-Gesellschaft für Fotografie e.V. im Stadtmuseum Hofheim am Taunus, des MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main, des Städel Museum und der Stiftung Opelvillen ist bis Oktober 2012 in Frankfurt und dem Rhein-Main-Gebiet zu sehen. Detaillierte Informationen sind unter www.ray2012.de zu finden.
Die zentrale Hauptausstellung MAKING HISTORY nimmt die künstlerische Reflexion von öffentlichen Bildern in den Blick und beschränkt sich dabei nicht auf das Medium Fotografie, sondern bezieht auch Video und Film mit ein. Die Ausstellung zeigt unterschiedliche Positionen, die die Inszenierung von Realität durch Medienbilder thematisieren. Knapp 40 renommierte Künstler/innen, unter ihnen Viktoria Binschtok, David LaChapelle, Omer Fast, Alfredo Jaar, Barbara Klemm, Gustav Metzger, sind in der Ausstellung präsent. Im MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main zeigt unter anderen Thomas Demand seine Bildserie Embassy in einer aufwändigen Installation, die die gesamte zentrale Halle einnimmt. In der Hauptausstellung vertreten ist auch Harun Farocki mit drei Teilen seiner neuesten mehrteiligen Installation „Ernste Spiele“ sowie Walid Raad, soeben mit dem Hasselblad Award ausgezeichnet. Dazu kommen zahlreiche Neuentdeckungen, die in ihren Arbeiten ein breites Spektrum künstlerischer Auseinandersetzung mit öffentlichen Bildern zeigen.
In Mediengesellschaften entsteht Realität offenbar erst durch Bilder: Gesellschaftliche Ereignisse scheinen nur dann stattzufinden, wenn sie medial präsent sind. Gerade die jüngere Generation definiert sich heute in starkem Maße über Abbildungen: imago ergo sum. Nicht nur gesellschaftlich und politisch bedeutende, sondern auch private, banale und marginale Ereignisse werden heute zum Bestandteil öffentlicher Realität, wenn sich Bilder davon durch mediale Schneeballeffekte in Social-Media-Netzwerken verbreiten. Wer Bilder herstellt, ist immer auch Konstrukteur von Realität. Diese Entwicklung lässt sich auch anhand der fotografischen Dokumentation historischer Ereignisse nachvollziehen. Historische Ereignisse waren und sind bis heute auch eng an politische Konflikte und Kriegsereignisse geknüpft. Immer wieder hat sich so in den Kriegsgeschehen nach 1945 gezeigt: wer die Macht über die Bilder hat, hat die Macht über das Geschehen. Bilder, vor allem im Netz, sind nicht mehr wegzudenken aus einer mediatisierten Öffentlichkeit – Bilder wie Bildermacher werden gleichermaßen instrumentalisiert, wie sie selbst instrumentalisieren.
Wie reagieren die Künstler der Gegenwart auf diese Entwicklung? Die Künstler in der Ausstellung bieten keine eigenen Geschichtsmodelle an. Stattdessen sind in ihren Arbeiten unterschiedliche Sichtweisen auf historische Ereignisse zu erkennen, die als erweiterte Darstellungsformen von Geschichte sowie als subjektive Historienbilder verstanden werden können und eigenständige Vorstellungen über die Entstehung von Historie vermitteln.
Beteiligte Künstler: Taysir Batniji (AUT), Nina Berman (USA), Viktoria Binschtok (D), Robert Boyd (USA), Luc Delahaye (F), Thomas Demand (D), Harun Farocki (D), Omer Fast (IL/USA), Samuel Fosso (RCA), Kathrin Günter (D), James Howard (GB), Alfredo Jaar (USA), Sven Johne (D), William E. Jones (USA), Barbara Klemm (D) , Petra Köhle & Nicolas Vermot Petit-Outhenin (CH), David LaChapelle (USA), Eva Leitolf (D), Armin Linke (D), Gustav Metzger (GB), James Mollison (GB), Simon Norfolk (GB), Peter Piller (D), Elodie Pong (CH), Paul Qaysi (USA), Walid Raad (LIB), Doug Rickard (USA), Martha Rosler (USA), Michael Schmidt (D), Frank Schramm (USA), Manit Sriwanichpoom (TH), Hank Willis Thomas (USA), Oliviero Toscani (I), Jeff Wall (CAN), Michael Wolf (F), u.a.
Inhaltlich verantwortlich für die Hauptausstellung zeichnet das Kuratorenteam Anne-Marie Beckmann (Art Collection Deutsche Börse), Lilian Engelmann (Frankfurter Kunstverein), Peter Gorschlüter (MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main), Dr. Holger Kube Ventura (Frankfurter Kunstverein), Alexandra Lechner (Darmstädter Tage der Fotografie) und Celina Lunsford (Fotografie Forum Frankfurt).
Donnerstag 19.04.2012, 19 Uhr
Die Eröffnung MAKING HISTORY wird am 19.04.2012 um 19 Uhr im MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main sein. Im Anschluss gibt es eine Eröffnungs-Party im Frankfurter Kunstverein.
Ausstellungsdauer MAKING HISTORY: 20. April – 08. Juli 2012
Ausstellungsorte MAKING HISTORY: Frankfurter Kunstverein, MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main, MMK Zollamt wie auch an zwei Orten im öffentlichen Raum.
Okt 21 2010
Bethanien Fotoausstellung 50 Jahre – 50 Köpfe
Vor 5 Jahren habe ich dieses Fotoprojekt fotografiert und es gefällt mir auch heute immer noch sehr gut. Es wurde von Anfang für Ausstellungen im Freien konzipiert und ist seit der Entstehung schon in vielen deutschen Städten erfolgreich ausgestellt worden. Das Fotoprojekt wurde von den Bethanien Kinder- und Jugenddörfern anläßlich ihres 50jährigen Jubiläums in 2005 in Auftrag gegeben. Die nächste Ausstellung wird auf dem 14. Deutschen Kinder- und Jugendhilfetag vom 7.-9. Juni 2011 in Stuttgart stattfinden.
Die Bethanien Kinder- und Jugenddörfer sagen folgendes zu diesem Projekt:
Mit dieser Ausstellung möchten wir, die Bethanien Kinder- und Jugenddörfer,
vor allem eins tun: die zu Wort kommen lassen, für die die Kinderdörfer seit
mehr als 50 Jahren da sind.
Immer wieder werden wir in den Kinderdörfern gefragt: „Was wird denn aus
den Kindern, wenn sie das Kinderdorf verlassen?“ Wieder andere fragen uns:
„Seid ihr denn erfolgreich in Eurer Arbeit? Bringt das wirklich etwas?“
Es stellt sich die Frage, was ist Erfolg? Die gute Note in der Schule? Ein Aus-
bildungsplatz, ein Arbeitsplatz? Ist die Frage nach Erfolg eigentlich die
richtige Frage? Müssen wir nicht vielmehr mit dem Leben selber antworten?
Und können diese Antworten nicht die Betroffenen mit ihrem Zeugnis viel
besser, ehrlicher und authentischer geben?
Aus diesem Grund kommen in unserer Ausstellung die ehemaligen Kinder
und Jugendlichen vor. Im Rückblick auf die vergangenen 50 Jahre hat der
Frankfurter Fotograf Uwe Nölke im Auftrag der Bethanien Kinderdörfer mit
Ehemaligen aus allen Jahrgängen und Altersschichten Gespräche geführt
und mit Ihnen zusammen aussagekräftige Portraits geschaffen. Mit ihrem
Namen, ihrem Alter zum Zeitpunkt des Portraits (2005), ihrem Beruf, ihrem
Bildnis und einem wichtigen Kernsatz stellt sich jede und jeder einzelne der
50 Ehemaligen vor. Das kleinere Foto zeigt ein Bild aus der Zeit, in der das
Kind im Kinderdorf gelebt hat. Es weist auf die Vergangenheit hin, die allen
dargestellten Biografien gemeinsam ist: diese 50 heute erwachsenen
Menschen verbrachten eine mehr oder weniger lange Zeit, einen wichtigen
Abschnitt ihrer Kindheit in einem unserer Bethanien Kinderdörfer.
In wenigen Eindrücken zeigt jede/jeder Portraitierte zunächst das eigene
Leben heute, dann aber auch die je eigene, ganz persönliche Verbindung
zum Kinderdorf. Es geht nicht daraus hervor, wann oder warum er oder sie
ins Kinderdorf gekommen ist und wie lange er oder sie im Kinderdorf war.
Es geht um die Bedeutung eines Lebensabschnitts, der nur ansatzweise und
schlaglichtartig beleuchtet werden kann. Der Betrachter bleibt mit den
fehlenden Teilen alleine. So wie wir vom anderen immer nur einen Teil
wissen, sehen und verstehen können.
Wir zeigen diese Bilder, damit die Menschen im Vordergrund stehen, für die
das Bethanien Kinderdorf da war und da sein möchte.
Feb 28 2010
100 qm Deutschland
Dieses Wochenende hatten wir unseren ersten PIC-Workshop in diesem Jahr. Über 70 Fotografen haben den Weg nach Fulda ins Fotostudio Walter Rammler gefunden, um sich mit den neusten Trends der Digitalfotografie zu beschäftigen. Alle anwesenden Fotografen waren einhellig der Meinung, daß wir an der Schwelle zur nächsten großen Umwälzung in unserem Metier stehen. Zwei große Themenblöcke standen auf dem Programm: “Filmen mit der DSLR” und die Erzeugung von künstlichen Bildwelten, sprich: “3D Rendering mit Cinema 4D” und “CGI”. Letzteres Thema wurde von Prof. Michael Jostmeier und zwei seiner Absolventen vorgestellt.
Der Abschluß am Samstag Nachmittag stand dann im Zeichen der analogen Fotokunst. Im Gegensatz zu den mehr künstlich erzeugen Bilderwelten, mit denen wir uns an dem Tag beschäftigt hatten, gab es nun eine sehr klare und authentische Fotografie zu sehen. Der Fotograf Uwe Niklas hat uns in Fulda durch seine Ausstellung “100 qm Deutschland” geführt. Unter dem Moto “Kunst Lust statt Baustellen Frust!” hat die Stadt Fulda eine innerstädtische Großbaustelle zum Kunsterlebnis umgewandelt und zeigt auf einem Bauzaun seit dem 18. Januar bis Ende Juni 2010 die Arbeiten von Uwe Niklas.
Die 1 qm großen Fotografien umrahmen in einer außergewöhnlichen Ausstellungsumsetzung die Großbaustelle Uniplatz in Fulda. “100 qm Deutschland” ist eine fotografische Bestandsaufnahme und Weg durch die deutsche Geschichte. Es werden geografisch, historisch und kulturell bedeutsame Schauplätze gezeigt, die für Deutschland wichtig waren und sind. Kuratiert und betreut wurde die Ausstellungsumsetzung vom Fuldaer Fotografen Walter Rammler.
Mehr Hintergrundinformationen sowie alle Bilder und Texte dieser Ausstellung können auf einer speziell dafür erstellen Webseite angeschaut werden. Zu Beginn unseres Rundgangs hat Walter Rammler mit seinem iPhone schnell noch ein kleines Spontan-Video gedreht.

